Kanu – ABC

Begriffe rund ums Paddeln

Wie funktioniert eine Wasserwalze, was ist der Unterschied zwischen Kanu und Kajak, oder wann ist ein Wehr gefährlich? – Hier wirds erklärt!

Ästuar trichterförmiger Erweiterung eines Flusses kurz vor seinem Mündungsgebiet
Altwasser (auch Altarm) Rudiment eines ehemals intakten Flusslaufs, in der Regel durch Umbildung des Flusssystems entstanden, teils ehemalige Hauptläufe teils Nebenarme eines Flusses, meist stehendes Gewässer ohne Abflussfunktion
Aue (auch Flussaue) vom Fluss geformte Landschaft, durchzogen von Flussarmen, meist Wald und Schwemmwiesen
Bootsrutsche Einrichtung an Wehren, über die der Höhenunterschied über eine wasserführende Rutsche per Befahrung flussabwärts ohne Umzutragen überwunden werden kann
Bruch flache nahezu ebene Landschaft die von einem Fluss und seinen Hochwassern geprägt ist und zu dessen Ausdehnungsgebiet gehört; geschaffen durch Sedimentation, meist als Verbreiterung eines Urstromtals vorhanden
Buhne künstliche quer zum Fluss angelegte Landzungen am Ufer, die den Strom auf die Flussmitte lenken sollen, meist mit Steinen befestigt; zur Regulierung der Erosion und der Tauchtiefe für die Schifffahrt; (Tipp! Buhnen sind ab einer bestimmten Größe für den geübten Kanuten insbesondere deswegen interessant, weil sich ihre Kehrwasser zum leichteren stromaufwärts Wandern eignen, indem man sich von Kehrwasser zu Kehrwasser hangelt – der Rest geht fast wie von selbst.)
Delta weitverästeltes Fließsystem von Strömen in ihrem Mündungsbereich; meist von Feuchtzonen geprägt, die ein Anlanden erschweren
Einzugsgebiet besteht immer im Zusammenhang mit einem Fluss und bezeichnet das gesamte geografische Gebiet, dessen Wasserhaushalt und dessen Niederschläge diesen Fluss speisen; besteht je nach Flusskategorie aus einer Reihe von Zuflüssen (ein kleiner Gebirgsbach hat folglich auch nur ein begrenztes Einzugsgebiet, gehört aber mit diesem als Teil zu einem größeren Einzugsgebiet eines größeren Wasserlaufs)
Fischtreppe Einrichtung an Wehren, die den Fischen die Überwindung der Bauwerke ermöglichen soll; in Form eines gefächerten wasserführenden Strömungskanals, den die Fische stromauf und stromab bewandern können
Kajak schlanke geschlossene Form des Kanus mit abdeckbaren Sitzluken und ggf. verschließbaren Gepäckluken (von den Eskimos erfunden); spezielle Bauformen bieten auf verschiedene Terrains angepasste Vorteile (so zum Beispiel wildwasser-, hochsee- oder tourentaugliche Modelle), insbesondere weniger windanfällig und schneller, Schutz vor Wasser durch Abdeckung (auch Eskimorolle möglich); wird mit einem Doppelpaddel fortbewegt (Tipp! Kurzer Kiel macht wendig, langer Kiel macht schnell; Knick- und Rundspant macht wackelig, flacher Spant macht kippsicher – nur Faustregeln)
Kanadier offene meist breitere Form des Kanus mit geschwungenen Enden (von den kanadischen Indianern erfunden und gemeinhin auch als „Indianer-Kanu“ bekannt), die klassische Bauform ist wendig und geeignet für viel Gepäck und gemütliche Paddler, daneben gibt es aber auch spezielle Bauformen wie zum Beispiel für Wildwasser; wird mit Stechpaddeln fortbewegt
Kanu Oberbegriff für Kajak und Kanadier
Katarakt Wasserfall
Kehrströmung (auch Kehre) rückläufige Strömung im flussabseitigen Bereich (Schatten) von Hindernissen im Flussbett
Luch feuchte Senke, in der Regel sumpfiger oder/und torfiger Untergrund
Mäander Flussbiegung, meist natürlicher Art in Auen-Landschaften
Marsch (auch Marschland) Schwemmland, meist niedrig gelegen, oft Einfluss der Gezeiten
Papenwasser Mündungsbereich von Strömen
Pardaune weitläufige Auswaschung des Ufers
Polder ein zur Flussausdehnung vorgesehenes Gebiet zum Auffangen und zur Regulierung von Hochwassern, natürlicher oder künstlicher Art
Schleuse Wasserbauwerk zur Überwindung eines Höhenunterschieds auf Wasserwegen; das Boot/Schiff wird mittels niveauausgleichenden Wasserkammern mit zulaufendem Wasser gehoben oder mit ablaufenden Wasser abgesenkt; es gibt verschiedene Typen von Schleusen
Schweif nach Stromschnellen auslaufende Beunruhigung des Wassers mit Wellenbildung, meist in Form eines Dreiecks zugespitzt auslaufend (Tipp! Ein Schweif zeigt die sogenannte Action-Line an, die in der Regel die ideale Linie zum Abfahren ist, da dort am meisten Tauchtiefe zu erwarten ist – ausgenommen bei Verblockungen.)
Sohlschwelle Abstufung bzw. plötzliche Absenkung des Flussuntergrunds
Streichseite die stromabwärts gewandte Seite einer Buhne
Strom in ein Meer mündender Fluss
Stromschnelle durch Sohlschwellen oder Verengungen des Flussbetts verursachte Beschleunigung der Strömung, meist zugespitzt als Schweif auslaufend
Untiefe Stellen im Flussbett, wo die Wassertiefe extrem außerhalb des durchschnittlichen Niveaus liegt; bezeichnet in erster Linie flaches Wasser bzw. die verursachende Anhebung des Flussgrunds, wo die Schifffahrt behindert wird
Urstromtal durch eiszeitliche Schmelzwasser mit Erosion und Sedimentation geformtes weitläufiges Tal, werden heute nur noch in einem Bruchteil ihrer Breite von einem Fluss genutzt
Walze (meint Wasserwalze) werden durch künstlich installierte Hindernisse hervorgerufen, entweder bogenförmig abfallende Wasserwand bei Wehren oder bogenförmig aufsteigende Wasserwand bei im Wasser befindlichen Hindernissen, oder entstehen in bestimmten Wildwassersituationen; größere fallende Walzen sind mitunter für Paddler gefährlich, da sie eine unterläufige kreisförmige Strömung erzeugen
Wasserscheide befindet sich dort, von wo aus das Wasser in zwei unterschiedliche Richtungen abfließt; markiert die Grenze zweier Einzugsgebiete
Wehr eine wasserbauliche Einrichtung zur regulierten Absenkung oder zur Aufstauung des Wassers für eine Nutzung der Wasserenergie; der oberhalb des Wehrs gelegene Bereich wird Oberwasser und der untere Bereich Unterwasser genannt; das Wasser wird über ein Stauelement in den unteren Flusslauf abgegeben – um Unterspülungen zu vermeiden, wird die Wucht des Wassers dabei oft durch ein Tosbecken abgefangen und das Wasser kann über eine Schwelle abfließen; Wehre haben als wasserstandregulierende Bauwerke eine große Bedeutung für die Schifffahrt in der Kombination von Wehr und Schleuse; im Falle der Energiegewinnung hingegen wird oft das Wasser entweder zu einer Mühle oder zu einem stromerzeugenden Generator umgeleitet und das Wehr reguliert den Ablauf des überschüssigen Wassers (Tipp! Das Unterwasser von Fallwehren gilt schon ab einer Stauhöhe von 50 cm als lebensgefährlich, da die eingewirbelten Luftbläschen das Wasser weniger tragfähig machen und die Wälzströmung alles an den Flussgrund drückt, der hier wegen der Ausspülungen (im Falle eines fehlenden Tosbeckens) meist sehr tief liegt.)

Für Geo-Logiker: Das Geo-ABC
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