Midsommar in Schweden

midsommar paddelnLänger draußen unterwegs zur Sommersonnenwende

Es gibt eine ganze Reihe guter Gründe, die Zeit um den 21. Juni in Schweden zu verbringen. Vor allem die skandinavischen Midsommar-Feste – den neuen Film von Ari Aster mal ausgenommen. Das Wichtigste an der Sommersonnenwende ist für Draußen-Liebhaber aber, dass es länger hell bleibt. Ab Mittelschweden wird es gar nicht mehr richtig dunkel.

Wer sich das nicht vorstellen kann, sollte das unbedingt mal ausprobieren und die Mittsommer-Zeit in Skandinavien verbringen. Es ist in etwa so wie eine lange Dämmerung, die in einen neuen Tag mündet. Diese langen Abende gibt es ab der Höhe von Vänern- und Vettern-See. Hier existieren dann für ein paar Tage bis Wochen nur noch Tag oder Dämmerung. Nördlich des Polarkreises sind es sogar lange Spätnachmittage. Dort bleibt die Sonne für eine bestimmte Anzahl von Tagen – je nachdem, wie weit man sich nördlich des Polarkreises befindet – überm Horizont stehen.

Den Abend zum Tag machen

Das ist sicherlich ungewohnt, aber perfekt zum Draußen unterwegs sein. Beim Radfahren und Paddeln gibt es keinen Zeitdruck, bis 20 Uhr ein passendes Lager gefunden haben zu müssen. Außerdem herrschen tagsüber immer wieder heftige Winde auf dem Wasser, die das Paddeln auf den großen Seen schwierig machen können. Diese Winde legen sich gegen Abend meistens. So ist es möglich, den Rhythmus etwas zu verschieben. Gibt es große Seen zu überwinden, so kann man die Tagesetappe auch erst 17 Uhr beginnen und eine ausgedehnte Abendwanderung mit Mitternachtsimbiss daraus machen. 

Skandinavische Sommer

Ein berechtigter Einwand sind die Temperaturen in Schweden. Es ist richtig, dass in Schweden im Jahresmittel niedrigere Temperaturen herrschen, als südlich der Ostsee. In den Sommermonaten sind das durchschnittlich 2 Grad weniger als in Deutschland. Obwohl die Klimatabellen diesen Ruf nicht unbedingt bestätigen, gelten skandinavische Sommer gemeinhin als rauer und kühler als hierzulande.

Ostsee-Seiten

Das sind nicht unbedingt Voraussetzungen, um Schweden bei der jährlichen Urlaubsplanung vom heimischen gemütlichen Sofa aus in die nähere Wahl zu nehmen. Wer diese Bequemlichkeit nicht überwinden kann, der sollte auch besser diesseits der Ostsee bleiben oder in den Süden reisen. Da kann man kaum was falsch machen.

Sprung in den kalten See

Wer sich aber tatsächlich für Schweden entscheiden kann, der wird merken, dass man mit den Bedingungen um sich herum wächst. Der Bereich der Komfortzone wird sozusagen größer. Ein beherzter Sprung in einen kalten See geht nach eine Woche locker vom Fuß. Und mit diesem neuen Sprungvermögen kann man dann zurück am heimischen Strand in Mitteleuropa ziemlich beeindrucken, weil man ohne mit der Wimper zu zucken, in jeden Badesee rein rennt, während die Kumpels sich erstmal vorsichtig nass machen müssen.

Sonnens(z)eiten

Und in Sachen Sonnenstunden liegt Schweden deutlich vor Deutschland. Denn wo kann man denn hierzulande 23 Uhr vorm Zelt sitzen und der untergehenden Sonne zuschauen? In nördlicheren Regionen, wie rund um Luleå geht die Sonne um Mitternacht gar nicht mehr unter – die konkreten Sonnenzeiten findet ihr übersichtlich in dieser Tabelle.

Für Reisen zu Mittsommer nach Schweden sollte man folgende Dinge beachten: Midsommar ist ein wirklich wichtiges Fest in Schweden. Daher gibt es vielerorts in dieser Zeit veränderte Öffnungszeiten oder Geschäfte bleiben gänzlich geschlossen. Das sollte bei der Planung berücksichtigt werden. Ein Vorteil ist aber auch, dass an Land gefeiert wird. Gerade weil es so ein wichtiges Fest ist, müssen Paddler daher nicht mit so viel Betrieb auf dem Wasser rechnen.

Zum Radfahren in Schweden habe ich bereits einen Artikel auf roadreport.de veröffentlicht.

Ein ziemlich praktischer Reiseführer für Wasserwanderer in Schweden. Hat komprimiert alle wichtigen Infos in einem Handbuch und passt gut ins Gepäck.

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Ansonsten auch immer bewährt:

Für Radfahrer:

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